Raspberry Pi

Hier möchte ich euch den Raspberry Pi vorstellen wie er als Mediacenter genutzt werden kann.


Entschuldigt das schlechte Bild

Vor einiger Zeit habe ich mir einen Raspberry Pi bestellt um damit etwas herum zu spielen. Der Raspberry Pi ist ziemlich günstig und bietet unter anderem eine I2C und eine UART Schnittstelle. Bei dem günstigen Preis lohnt es sich fast nicht mehr einen Atmega Controller mit einer LAN-Schnittstelle aus zu statten. Aber ich schweife schon wieder ab.
Irgendwann kam ich also auf die Idee den Raspberry Pi als Mediacener zu nutzen. Erst habe ich ein normales Debian drauf installiert und etwas herum gespielt. Aber dann bin ich durch Zufall auf das XBMC Projekt gestoßen. Das XBMC für den Raspberry Pi optimiert nennt sich Raspbmc. Ein Minimalsystem zur Installation kann sehr einfach auf die SD Karte gezogen werden. Genauere Infos findet ihr unter Download auf der Raspbmc Seite. Anschließend steckt man den Raspberry Pi an das Netzwerk an und startet ihn. Je nach Schnelligkeit der Internetverbindung kann man sich jetzt mal ein Kaffee holen gehen. Wundert euch nicht, wenn der der Raspberry Pi bei der Installation kein Bild anzeigt. Das Problem hatte ich bei meiner ersten Installation auch. Wenn der Fernseher oder der Bildschirm beim starten nicht schon eingeschaltet ist, dann wird erst mal kein Bild ausgegeben. Nach der erfolgreichen Installation startet der Raspberry Pi neu und ihr könnt mit ihm arbeiten. Noch kurz die Sprache und ein paar Einstellungen anpassen und schon ist das Gerät Einsatzbereit.

Möglichkeiten:

Ein paar Features von denen ich sehr begeistert bin will ich hier kurz erwähnen. Mit dem Gerät bzw mit dem System ist aber noch viel mehr möglich.

  • Wiedergabe von Filmen über das Netzwerk über verschiedenste Protokolle (Samba, UPnPp, NFS, SAP Streams). Die Zusammenarbeit mit einer Fritzbox Funktioniert auch super.
  • Wiedergabe von FullHD Filmen (nach ein paar kurzen Rucklern in den ersten 10 Sekunden spielt er FullHD Filme einwandfrei über mehrere Stunden ab)
  • Musik übers Netz hören
  • Verschiedene Adons um z.B. das Mediacenter von ARD, ZDF, WDR usw. zu nutzen. Sogar ein Youtube Addon ist vorhanden.
  • Die Möglichkeit eigene Adons zu programmieren
  • Anschluss eines USB Sticks oder Externer Festplatte (bei Festplatten ohne eigene Spannungsversorgung ist ggf. ein USB Hub mit extra Spannungsversorgung zu nutzen)
  • Steuerung per Webinterface
  • uvm.

Darüber hinaus habe ich direkt den SSH Server eingeschaltet und so hat man vollen Zugriff auf das Debian System das im Hintergrund läuft und somit einen vollwertigen Server.

Betrieb:

Der Raspberry Pi kann Maximal 5W verbrauchen und wird über eine microUSB Schnittstelle mit Strom versorgt. Dazu habe ich einfach ein altes Handynetzteil mit miniUSB Schnittstelle und einem günstigem Adapter auf microUSB benutzt.
Als Festplatte verwende ich eine 8GB microSD Karte mit Adapter auf SD die ich hier noch herum liegen hatte.

Da der Raspberry Pi hier den ganzen Tag und manchmal auch die ganze Nacht über läuft, habe ich noch drei kleine passive Kühlkörper organisiert um die Temperatur dauerhaft auf einem guten Niveau zu halten. Die Kühlkörper sind zwar nicht zwingend notwendig, aber werden die Lebensdauer vielleicht etwas erhöhen. Zu Weihnachten wird wohl noch ein schickes Gehäuse dazu kommen.

Bedienung:

Und jetzt fehlt nur noch etwas um den Raspberry Pi bedienen zu können. Dazu habe ich eine Funktatstatur angeschlossen die per USB Stick mit dem Gerät verbunden wurde. Da es Abends auf dem Sofa aber etwas nervig ist immer mit so einer großen Tastatur herum zu hantieren habe ich nach einer kleinen Suche eine sehr gute Alternative gefunden. Bei Pollin gibt es eine Fernbedienung mit USB Stick als Empfänger für 7 Euro. Diese Fernbedienung nutze ich jetzt schon seit in paar Wochen sehr erfolgreich. Die Tastatur benötige ich nur noch für größere Texteingaben wenn ich mal etwas auf Youtube suche, ansonsten reicht die Fernbedienung völlig aus.

Ansonsten läuft die Bedienung wirklich sehr gut. Da der Raspberry Pi natürlich kein hochleistungs Media PC ist muss man an der ein oder anderen Stelle schon mal ein paar Sekunden warten, aber wenn die Wiedergabe einmal begonnen hat, kann man ohne Störungen das Film, oder Klangerlebnis genießen.

Fazit:

Der Raspberry Pi ist meiner Meinung nach mehr als nur eine günstige Alternative zu den Komplettsystemen die auf dem Markt zu finden sind. Man muss zwar ein wenig Arbeit investieren, aber wer sowieso gerne mit Hardware und Software experimentiert wird mit dieser Lösung denke ich sehr zu Frieden sein.
Ein wenig Geld muss man allerdings schon in die Hand nehmen. Das teuerste ist natürlich das Gerät selber. Wenn man jetzt nicht gerade eine SD Karte, Tastatur und Kabel zu Hause herum liegen hat, werden diese natürlich noch benötigt und treiben die Kosten etwas in die Höhe. Aber bei nicht zu großen Ansprüchen kommt man denke ich mit ca. 50 Euro aus.

Ideen für die Zukunft:

Wenn ich die Zeit dazu finde, will ich auch noch mal einen W-LAN USB Stick an den Raspberry Pi anschließen um das zu testen. Da das Gerät bei mir nur 1,5 m vom nächsten Switch entfernt steht, wird die Verbindung per LAN allerdings die bevorzugte Möglichkeit bleiben.

Was mir allerdings seit dem ersten Tag in den Fingern juckt ist eine eigene Android App um den Raspberry Pi zu steuern. Es gibt zwar verschiedenste Webinterfaces von denen man auch einige über das Handy bedienen kann, aber eine eigene App wäre schon ziemlich nice. Da steht die Entwicklung aber noch in den Sternen. 🙂

So das war es jetzt erst mal. Über Neuigkeiten werde ich euch natürlich auf dem laufenden halten.

12 Antworten auf Raspberry Pi

  1. Marco sagt:

    Hi!
    Schön geschriebener Artikel, danke dafür!
    Bin vor zwei Tagen über einen Artikel bei T3N auf Raspberry Pi in Kombination mit XMBC gestoßen und nun stark am Überlegen, mir das entsprechende Equipment zuzulegen.

    Hier hat sich jemand damit beschäftigt, das Ganze an ner alten Röhre zu betreiben und genau das hab ich auch vor. Ich brauch kein HD-Gedöns, mein guter, alter 16:9 JVC reicht mir noch vollkommen!
    Das Einzigste, was mich noch etwas abhält, sind die Gedanken ob es a) gut nutzbar ist auf der Röhre und b) ob es auch für mich wirklich was bringt.

    Meine Gedanken gehen da gleich weiter, denn kann ich den Pi gleichzeitig als NAS nutzen z.B. mit externer Festplatte? Die SD-Karte kann ich ja nich entfernen um immer wieder Daten drauf zu schieben, oder? Hmmm....

    Na egal, ich werd mich noch n bisserl einlesen oder vlt. doch einfach mal auf "kaufen" klicken 😛

    Grüße
    Marco

    • Kalle sagt:

      Moin,
      schön, dass dir der Artikel gefallen hat.
      Als NAS kannst du ihn natürlich auch nutzen, aber dann bist du auf 100Mbits beschränkt.

      LG
      Kalle

      • Schlicki sagt:

        Kann ich den NAS-Betrieb parallel zu RaspBMC realisieren?

        • Kalle sagt:

          Moin,
          das sollte kein Problem sein. RaspBMC ist im Prinzip nur eine Grafische Oberfläche die auf dem Debiansystem für den Raspberry Pi läuft.
          Also kannst du dir Zugriff per SSH auf die Konsole verschaffen und einen Samba Server installieren.

          Gruß
          Kalle

  2. Xray Gordon sagt:

    Cool! Die Raspi Gemeinde wächst ordentlich. Für mich war der Artikel Raspberry Pi Server ein echt guter Einstieg. Da kann man über VNC und so schonmal das Ding steuern und muss sein geliebtes Windows 7 nicht verlassen. Cheers, Gordon

  3. Schöne Zusammenfassung! Es ist schon erstaunlich wie viele Leute sich seit dem Raspberry Pi für Mikrocontroller interessieren und das erst nach einem Jahr.

  4. Christoph sagt:

    Hey, super Artikel.

    Ich muss gestehe dass, obwohl ich seit der ersten Auslieferung im Pi Fieber bin, noch nie einen Blick in die Mediacenterfunktionen geworfen habe.
    War mir immer zu langweilig. Ich habe in erster Linie damit gebastelt, verschiedene ICs angesteuert usw.
    Gestern allerdings hab ich RaspBMC installiert, da mir bei meinem AppleTV immer noch die NAS Einbindung fehlt.
    Und ich muss sagen: Wow!
    Alles super einfach, Ruck Zuck war mein Nas Inhalt verfügbar.
    Und mit ein wenig Overclocking läuft auch die Bedienung super flüssig.

    Meine Entscheidung mir einen weiteren Pi nur für XBMC zuzulegen ist gefallen als ich entdeckt habe, dass ich alles mit iPad und iPhone per XBMC App steuern kann 🙂

    Kannst du Skins empfehlen, die ebenso gut klappen wie der Standard Skin Confluence?

    Gruß
    Christoph

    • Kalle sagt:

      Moin Christoph,
      danke! Leider nutze ich auch nur den Standard Skin da er mir ganz gut gefällt. Entschuldige, dass ich dir da nicht weiter helfen kann.
      Wenn du aber einen anderen flüssigen gefunden hast, würde ich mich sehr über einen Tipp freuen.

      LG
      Kalle

  5. Pukka sagt:

    Hi,

    hab gelesen du suchst noch eine App zum steuern von deinem XBMC über Android.

    Habe verschiedene getestet.
    Es gibt XBMC Remote aber Yatse finde ich am besten.
    https://play.google.com/store/apps/details?id=org.leetzone.android.yatsewidgetfree&hl=de

    Vllt konnte ich dir damit ja helfen.

    Greetz

    • Kalle sagt:

      Danke für deine Info. Habe die App mittlerweile auch schon entdeckt.
      So kann man das Handy einfach als Fernsteuerung benutzen. 🙂

      LG
      Kalle

  6. Aachen Dave sagt:

    Hallo,

    bin gerade erst auf diese Seite gestoßen und beschäftige mich seit ein Paar Tagen mit dem Raspberry pi, hab aber selber leiiiiiiider noch keinen (die Frau meint: "brauchen wir nicht")
    Im Wohnzimmer hab ich z.Z. ein "echten" Mediacenter-PC im mini-ITX Format mit XBMC als Benutzeroberfläche laufen inkl. 3TB Daten in Form von Musik, Film und Serien inkl. Addons für RTL-Now, Vox-Now, SuperRTL-Now,...und aller anderen Now´s die es noch so gibt. Das will die Frau auch nie mehr missen 🙂
    Für das "Kinder-" und Schlafzimmer hätte ich jetzt gerne kleine Mediaplayer angeschafft, nur der Standardkram wie WDTV & Co. haben dabei erhebliche Einschränkungen und kosten im Schnitt 80-100,-
    Nur war ich bisher immer skeptisch ob die Leistung des Raspberry für XBMC in HD wirklich ausreicht. Dieser Bericht hat mich jetzt überzeugt!
    Daher möchte ich danke sagen für diesen sehr überzeugenden Artikel/Bericht über dein System welches anscheinend reibungslos mit XBMC funktioniert 🙂

    Viele Grüße aus dem Aachener Land vom
    Dave

    • Kalle sagt:

      Hallo Dave,

      vielen Dank für dein netten Post. Es funktioniert wirkliche sehr gut mit dem RaspberryPi, der im Preis dafür ja unschlagbar ist.
      Den einzigen großen Unterschied zu einem performanteren PC ist die Geschwindigkeit in der Menüführung. Das kann schon ein mal ein wenig dauern (Schätze bis zu einer Sekunde).
      Aber das abspielen von HD Videos funktioniert ohne Ruckeln.

      Viele Grüße in das sehr schöne Aachen
      Kalle

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